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Eröffnungsrede von Tamara Kling auf der offenen Fraktionssitzung der Fraktion DIE LINKE am 29.11.2010 zu Integrationsarbeit in Strausberg

Als erstens möchte ich mich ganz herzlich bei unseren Gäste bedanken, dass sie heute zu unserer offenen Fraktionssitzung gekommen sind, um zum Thema „Integration“ zu diskutieren.

Integration geht uns alle an, weil wir in einer Stadt wohnen, wo mehr als 4% der Bevölkerung einen Migrationhintergrund haben.
Unsere Fraktion hat sich frühzeitig für die Belange der Migranten eingesetzt. Schließlich bin ich als Zugewanderte seit Oktober 2003 Stadtverordnete der Fraktion „Die LINKE“.

Am 4. Oktober 2007 beschloss die Stadtverordnetenversammlung einstimmig die Integrationskonzeption der Stadt Strausberg. Vorausgegangen war eine fast dreijährige Arbeit einer Arbeitsgruppe des Arbeitskreises Strausberg gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit.
Ich denke, dass es an der Zeit ist, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Was wurde aus der Konzeption? Welche Probleme mussten vor drei Jahren angegangen werden und vor welchen Problemen stehen wir jetzt?
Bei der Vorbereitung auf den heutigen Tag habe ich mir nochmals vor Augen geführt, was eigentlich Integration ausmacht. Für mich bedeutet Integration, dass ich die Sprache sprechen und mitreden kann, dass ich eine Arbeit habe, von der ich leben kann, dass meine Kinder eine Ausbildung erhalten
und dass wir in unserer neuen Heimat angekommen sind und uns wohlfühlen.
Deshalb haben wir für den heutigen Tag Gäste eingeladen, die uns Migranten, beim Erlernen der deutschen Sprache unterstützten und uns und unseren Kindern damit den Schlüssel zur Integration in die Hand geben.
Das sind in erster Linie die Vertreter der KITAS, der Schulen und der Einrichtungen, die die Sprachförderung der Erwachsenen übernommen haben, wie das Strausberger Bildungs- und Sozialwerk und einige Vereine in Strausberg. Die Probleme dieser Institutionen und Einrichtungen wurden in der Integrationskonzeption bereits besonders angesprochen. Aus den Gesprächen mit einigen unserer heutigen Gäste und den Erfahrungen in der Arbeit mit Migranten möchten wir auf einige Probleme hinweisen, die aus unserer Sicht von großer Bedeutung sind:

Trotz der Probleme können wir Migranten uns glücklich schätzen, dass es hier in Strausberg Menschen gibt, die mit viel Enthusiasmus und Engagement sich für die Integration der Zuwanderer in ihren Einrichtungen einsetzen.
Seit 2005 werden auch in Strausberg Integrationskurse angeboten. Das Strausberger Bildungs- und Sozialwerk bekam den Auftrag, diese Kurse zu übernehmen. Später kamen Alphabetisierungskurse dazu. Weiterhin werden berufsvorbereitende Sprachkurse angeboten. Sicherlich wird Herr Rose dazu einiges sagen wollen. Der Sozialpark MOL gibt Migranten, die nicht mehr oder noch nicht gefördert werden, die Möglichkeit die deutsche Sprache weiter zu trainieren. Auch für diese Einrichtungen muss man sagen, dass sie inzwischen fester Bestandteil der Integration in Strausberg geworden sind.
Unserer Stadtverwaltung sind wir dankbar, dass die interkulturelle Öffnung in den letzten drei Jahren erheblich vorangekommen ist, wie das Beispiel des „Bürgerbüros“ zeigt. Das Strausberger „Bündnis für und mit Familien“ vor allem mit seinem Projekt „Kinderträume“ ist für die Migrantenkinder oft die einzige Möglichkeit besondere Begabungen zu fördern und die eigenen Träume zu verwirklichen. Im 2010 wurden 62 Kinderträume wahr, dabei wurden 13 Träume von Migrantenkindern berücksichtigt.

Als wir uns auf den heutigen Tag vorbereitet haben, suchten wir als erstes nach Zahlenmaterial. Wir wollten gern unter anderem wissen wie hoch die Arbeitslosigkeit bei Migranten ist, wie es mit deutschen Schulabschlüssen bei jugendlichen Migranten aussieht, wie die Alterstruktur ist usw. Leider gibt es so eine Statistik in unserer Stadt nicht. Deshalb haben wir versucht einige Daten selbst zu ermitteln. In einer Kurzbefragung haben wir im November dieses Jahres 79 Person befragt, die uns Auskunft über 267 Personen, nämlich für ihre Familien geben haben. Das betrifft ausschließlich die Gruppe der Spätaussiedler.
Einige Bemerkungen zu unserer kleinen Befragung:

Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, aber es ergeben sich folgende Tendenzen:

Schließlich möchte ich sagen:
Es gab in den vergangenen Jahren viel zu tun, um die Integration auf unter-schiedlichen Ebenen zu entwickeln, aber es wird nicht weniger Arbeit auch in der kommenden Zeit geben.
Ich unterstütze die Zielstellung dieser Veranstaltung den Arbeitskreis Strausberg wieder zu beleben und künftig jährlich einmal zusammenzukommen, um den Stand der Integrationsarbeit in Strausberg zu analysieren.